
Der Relaxsessel für das Wohnzimmer ist nicht in der Liste der erstattungsfähigen Produkte und Dienstleistungen (LPP) aufgeführt. Ohne zugewiesenen LPP-Code löst kein ärztliches Rezept eine Erstattung durch die Krankenkasse aus, unabhängig davon, ob der Käufer eine anerkannte Behinderung hat oder nicht. Die Verwirrung bleibt bestehen, da andere medizinische Sitzmöbel (Sitzschalen, Rollstühle) in der LPP aufgeführt sind und Anspruch auf eine Kostenübernahme haben.
Relaxsessel und LPP-Code: Warum die Nomenklatur die Erstattung blockiert
Die LPP listet die medizinischen Geräte auf, die von der Krankenkasse übernommen werden. Jedes Produkt ist dort unter einem bestimmten Code aufgeführt, der mit einem Verantwortungstarif und Bedingungen für die Verschreibung verbunden ist. Der Relaxsessel für das Wohnzimmer hat keinen LPP-Code, was eine elektronische Übermittlung der Rechnung an die Krankenkasse unmöglich macht.
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Wir beobachten regelmäßig das gleiche Missverständnis: Ein Apotheker oder ein Verkäufer von medizinischen Geräten stellt einen Relaxsessel in Rechnung, indem er ihn als Sitzschale codiert (die in der LPP aufgeführt ist). Der Versicherte erhält dann eine teilweise Erstattung, aber es handelt sich um einen Codierungsfehler, nicht um ein Recht. Wenn die Krankenkasse die Akte überprüft, kann sie eine Rückforderung des zu Unrecht Erstatteten verlangen.
Die Frage nach der Erstattung des Relaxsessels durch die Sozialversicherung taucht häufig in den Foren der Versicherten auf. Die technische Antwort bleibt die gleiche: Ohne Eintragung in die LPP reicht weder das Rezept eines Hausarztes noch das eines Facharztes aus, um einen Anspruch zu eröffnen.
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Reform der Rollstühle im Dezember 2025: Eine noch klarere Grenze
Seit dem 1. Dezember 2025 ist die Krankenkasse der alleinige Finanzierer der in der LPP aufgeführten Rollstühle, mit vollständiger Erstattung ohne Eigenanteil für den Kauf und die Wartung. Diese Reform hat bei Käufern von Relaxsesseln Hoffnung geweckt, betrifft jedoch ausschließlich Fahrzeuge für Menschen mit Behinderungen (VPH).
Die Unterscheidung ist klar: Ein Rollstuhl, der auf den Verlust der Autonomie angepasst ist, kann nun vollständig übernommen werden. Ein Relaxsessel vom Typ Wohnzimmer bleibt ein Komfortgerät, selbst bei starker Abhängigkeit. Die Reform hat paradoxerweise die Kluft zwischen den beiden Kategorien von Sitzmöbeln vergrößert.
Relaxsessel ohne anerkannte Behinderung: Die außerhalb der Sozialversicherung mobilisierbaren Hilfen
Das Fehlen einer von der MDPH anerkannten Behinderung schließt nicht alle Türen. Es schließt die Leistung zur Kompensation von Behinderungen (PCH) aus, aber mehrere Hilfsangebote bleiben je nach Situation des Käufers zugänglich.
- Die APA (Personalisierte Autonomie-Zulage) betrifft Personen ab 60 Jahren, die in GIR 1 bis 4 eingestuft sind. Der Hilfsplan, der von dem medizinisch-sozialen Team des Departements erstellt wird, kann den Kauf eines Relaxsessels im Rahmen der häuslichen Pflege umfassen, ohne dass eine MDPH-Anerkennung erforderlich ist.
- Die Rentenkassen (CARSAT, MSA, CNRACL) bieten einmalige Hilfen für die Anpassung des Wohnraums an. Der Relaxsessel kann in diesem Rahmen berücksichtigt werden, wenn ein Ergotherapeut oder ein Arzt seine Nützlichkeit zur Sturzprävention rechtfertigt.
- Der CCAS (Zentrum für kommunale Sozialhilfe) der Gemeinde verfügt manchmal über Mittel für soziale Hilfe für ältere Menschen. Der Betrag variiert stark von Gemeinde zu Gemeinde, und der Antrag erfolgt über ein individuelles Antragsformular.
- Einige Krankenkassen integrieren ein “Wohlfühl”- oder “Komfortausstattungs”-Paket in ihre Verträge. Der Umfang der Kostenübernahme hängt vom abgeschlossenen Vertrag ab, und wir empfehlen, die Bedingungen vor dem Kauf zu überprüfen.
Das medizinische Angebot: Ein oft vernachlässigter Hebel
Auch ohne Übernahme durch die Krankenkasse verstärkt ein detailliertes Angebot, das von einem autorisierten Verkäufer medizinischer Geräte erstellt wurde, erheblich einen Hilfsantrag. Dieses Angebot muss das Modell, die technischen Merkmale (Anzahl der Motoren, Hebefunktion, Bezug) und den Bruttopreis angeben.
Begleitet von einem ärztlichen Rezept (auch wenn es nicht erstattungsfähig ist), formalisiert dieses Angebot den medizinischen Bedarf gegenüber der Rentenkasse, dem CCAS oder dem Departementsrat. Ohne strukturiertes medizinisches Angebot lehnen die meisten Organisationen ab, den Antrag zu bearbeiten.

Sitzschale oder Relaxsessel: Die Verwirrung, die teuer zu stehen kommt
Der Sitzsessel ist in der LPP aufgeführt. Er wird für Personen mit schwerem Verlust der Autonomie verschrieben, die oft bettlägerig oder halb-bettlägerig sind. Sein Verantwortungstarif eröffnet Anspruch auf eine teilweise Erstattung durch die Krankenkasse, ergänzt durch die Krankenzusatzversicherung.
Der Relaxsessel hingegen richtet sich an ein Publikum, das noch mobil ist, aber Schwierigkeiten hat, selbst aufzustehen. Seine Hauptfunktion ist der Übergang vom Sitzen zum Stehen, nicht die langfristige Haltung. Die Verwechslung der beiden Produkte führt zu betrügerischen Codierungen oder, im Gegenteil, dazu, einen ungeeigneten Sitzsessel nur zu kaufen, um eine Erstattung zu erhalten.
Wir empfehlen, vor dem Kauf einen Ergotherapeuten zu konsultieren. Dieser Fachmann bewertet die funktionale Situation der Person und weist auf das geeignete Hilfsmittel hin, unter Berücksichtigung der Kriterien für die Berechtigung zu finanziellen Hilfen.
Ärztliches Rezept und Relaxsessel: Was es wirklich ermöglicht
Ein Rezept für einen Relaxsessel löst keine Erstattung durch die Krankenkasse aus. Es ist jedoch nicht nutzlos. Das Rezept formalisiert den medizinischen Bedarf und dient als Nachweis für die APA-Anträge, die Anfragen bei den Rentenkassen und mögliche Steuervergünstigungen im Zusammenhang mit der Ausstattung des Wohnraums.
Der verschreibende Arzt kann der Hausarzt oder ein Facharzt (Geriater, Rheumatologe, Rehabilitationsarzt) sein. Das Rezept muss die Erkrankung angeben, die die Hilfe beim Aufstehen rechtfertigt, und klarstellen, dass der Relaxsessel einem identifizierten funktionalen Bedarf entspricht.
Der administrative Status der Behinderung spielt bei diesem Rezept keine Rolle. Ein Arzt kann einen Relaxsessel für jede Person verschreiben, die Schwierigkeiten beim Stehen hat, unabhängig von ihrem Grad der Behinderung oder ihrer GIR-Einstufung. Was sich ändert, ist der mobilisierbare Finanzierungsweg danach.